Wie du als Grundschullehrer das deutsche Schulsystem veränderst (Newsletter 9/2025)
Hallo ihr Lieben,
Willkommen zurück im neuen Schuljahr! Ich wünsche dir ein inspirierendes Schuljahr voller Selbstbestimmung und Kreativität.
Für diejenigen, die schon etwas länger dabei sind: Ich habe meinen Newsletter ein wenig verändert. Es wird zukünftig nur noch ein Thema im Newsletter geben. Dafür gibt es ab sofort zwei Newsletter pro Monat. Für dich bedeutet das: Du hast eine kürzere Lesezeit und kannst gleich in der Einleitung sehen, ob dich das Thema betrifft oder anspricht.
In diesem Newsletter erfährst du wie es mir bei meinem letzten Schulbesuch erging und warum wir in Deutschland mit der Bildung weiter sind als wir denken.
“Ihr in Europa seid doch schon so weit, was Bildung angeht!”
Diesen Satz hörte ich vor ein paar Tagen, als ich mit der Gründerin einer Schule in Südafrika gesprochen habe. Sie versucht, eine alternative Schule zu leiten, aber sieht sich immer wieder gezwungen, den konservativen Erwartungen ihrer Elternschaft zu entsprechen.
Ihre Erfahrung ist, dass die Eltern zwar lieber eine Schule ohne akademischen Anspruch und Leistungsdruck wählen, aber insgeheim eben doch wollen, dass ihre Kinder “etwas lernen”. Und die alte Vorstellung vom Lernen ist, dass man dabei still sitzt und ein Buch oder ein Heft vor sich hat. So hat sie angefangen, ihren Schultag in kreative Phasen und Lernphasen einzuteilen, um die Ansprüche zu befriedigen. Außerdem hat sie große Schwierigkeiten, selbstgesteuertes Lernen in der Realität umzusetzen, weil sie nicht das Gefühl hat, dass die Kinder es ohne Anleitung schaffen.
Aber warum erzähle ich dir das? Auch wenn du vielleicht das Gefühl hast, dass sich in Deutschland auf Ebene der Bildung SEHR VIEL verändern muss (und das denke ich auch!), habe ich in unserem Gespräch gemerkt, dass sich doch schon einiges bewegt hat in den letzten Jahren. Und das nicht, weil sich das System verändert hat, sondern weil sich Lehrpersonen auf den Weg machen!
Bei meinem Schulbesuch erzähle ich ihr zum Beispiel von meinem Morgenritual in der Klasse. Die Kinder organisieren das Morgenritual selbst, sie begrüßen die Klasse, präsentieren das aktuelle Datum und ihre Wetterbeobachtung. Eigentlich ist es keine große Sache, aber es fördert die Selbstverantwortung der Kinder. Es zeigt eine neue Haltung: “Ihr seid die Hauptakteure! Ihr seid nicht länger Konsumenten von Bildung, sondern gestaltet euren Schultag und euer Lernen selbst.”
Passend dazu: Kennst du schon meinen Blogartikel “12 bewährte Rituale in der Grundschule”?
Außerdem erzähle ich ihr vom Forschenden Lernen. Einer einfachen Möglichkeit, selbstgesteuertes Lernen in einem konkreten Rahmen auszuprobieren, zum Beispiel ein paar Stunden pro Woche oder an einem festen Wochentag.
Beim Forschenden Lernen machen wir als Lehrperson den Kindern keine Vorgaben bezüglich des Themas, der Vorgehensweise und Lösung. Die Kinder erforschen anhand eigener Forscherfragen die unterschiedlichsten Bereiche. Dabei sind sie frei im Hinblick auf die Herangehensweise und eventuell entstehende Lernprodukte. Im Mittelpunkt steht der individuelle Forscherweg und es gibt keinerlei Druck hinsichtlich der Entstehung von Lösungen und Lernprodukten. Auf dem Foto siehst du eine Zweitklässlerin, die erforscht, warum Zwiebeln in den Augen brennen.

Wie schaffst du es, deine Schüler mehr in die Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu ziehen?
Wie setzt du selbstorganisiertes Lernen um?
Hast du schon einmal mit deiner Klasse geforscht?
Wenn nicht, solltest du es unbedingt ausprobieren! Ich habe eine Forscher-Einheit zum Thema Tiere entwickelt, die dir einen ganz einfachen Einstieg ins Forschen bietet. Probiere es gerne aus!
Link zum Material: “Forschendes Lernen | Unterrichtseinheit Tiere (Klasse 1-4)”
Ich wünsche dir einen wunderschönen Herbstanfang.
Deine Tatiana
P.S. Ich freue mich auch über dein Feedback oder Fragen zum Newsletter per E-Mail. Hast du bereits Unterrichtsmaterial von mir gekauft und im Unterricht eingesetzt? Dann freue ich mich über deine Bewertung auf Eduki!
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